Zuchtordnung

1.   Einleitung
Unsere vorliegende Zuchtordnung wurde vom BCD verfasst. Diese soll die Grundlage für die Entwicklung unserer Zuchtbasis bilden. Wir wollen so, ein höheres Maß der bulldogtypischen Eigenschaften,wie das Wesen und die Verbesserung der Gesundheit erreichen und somit erhalten.

2.   Grundlegendes zur Zucht im BCD
Für die Zucht im BCD ist die Anerkennung und Einhaltung der Zuchtordnung Grundvoraussetzung. Alle Züchter und Clubfunktionäre sind verpflichtet diese zu kennen und einzuhalten.

Voraussetzungen sind, um im BCD als Züchter anerkannt zu werden:

  • mindestens 12 Monate aktive Mitgliedschaft im BCD, oder nachweislich vorhergehende Zuchttätigkeit in einem anderen Zuchtverband.
  • Anerkennung der Satzung und der Zuchtordnung,
  • Neuzüchter müssen den Besuch einer Neuzüchterschulung des BCD nachweisen,
  • Zuchtstätten-Kontrolle bzw. Abnahme durch den BCD,
  • ein vom BCD genehmigten Zwingernamen

3.   Zuchtverwendung
Es dürfen nur Hunde zur Zucht verwendet werden die dem angestrebten Bulldogtyp sehr nahe kommen , oder solche die zum gegensteuern der Übertypisierung nützlich sind. Sie müssen gesund, frei von Zucht ausschließenden Fehlern, sowie ein sicheres und ausgeglichenes Wesen aufweisen.
Hunde mit aggressiven Verhalten dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden. Dem Bulldog-typischen Wesen ist eine hohe Beachtung zu schenken. Über begründete Ausnahmen entscheidet die Zuchtkommission.
Geeignete Hunde die nicht aus dem BCD stammen, können in das Zuchtprogramm und Zuchtbuch aufgenommen werden. Dies dient vor allem den Zweck, die Vielfalt der Blutlinien und somit auch einen breiteren Genpool zu erhalten.

Bedingungen hierfür sind:

  • HD / ED geröntgt und ausgewertet von einem anerkannten Auswerter,
  • Der Hund muss der Zuchtkommission vorgestellt werden, diese entscheidet ob das Tier für die Zucht geeignet ist,
  • Der Zuchtbuchstelle muss eine Kopie der Ahnentafel sowie die Röntgenauswertung zur Archivierung bereitgestellt werden.

Zuchthunde müssen frühestens im Alter von 14 Monaten auf Ellenbogendysplasie (ED) und Hüftgelenkdysplasie (HD) geröntgt sein. Die Röntgenbilder sind durch den Tierarzt direkt an den BCD bekannten GRSK Gutachter weiterzuleiten. Die Röntgenbilder und die Auswertung werden an die Zuchtbuchtstelle zur Archivierung weitergeleitet. Die Röntgenaufnahmen werden mit Einsendung Eigentum des BCD.  Auswertungen werden nach der Erfassung in der Zuchtbuchtstelle weitergeleitet.
Zur Zucht zugelassen werden nur Hunde mit ED Grad 0 oder 1, sowie mit HD Grad A, B, C. Über begründete Ausnahmen entscheidet die Zuchtkommission. Wurfplanungen mit Vereinsfremden Rüden müssen rechtzeitig, jedoch mindestens 4 Wochen, vor dem Deckakt bei der Zuchtkommission bekannt gegeben werden. Sollten hier bedenken gegen diese Verpaarung bestehen, kann die Zuchtkommission ablehnen. Deckrüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

4.   Zuchtausschluss und Aberkennung der Zuchttauglichkeit
Hunde an denen operative Eingriffe von zuchthygienischer Bedeutung vorgenommen wurden (chirurgische Beseitigung von Erbfehlern). Oder bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden muss, dass sie Träger einer vererbbaren Krankheit sind.
Eine Zuchthündin muss nach dem zweiten Kaiserschnitt aus der Zucht genommen werden. Zuchthunde bei denen nachträglich Erbfehler bekannt werden oder vermehrt vererbbare Krankheiten unter deren Nachkommen auftreten, können von der Zuchtkommission wieder ausgeschlossen werden.
Die Komission ist befugt die Vorführung des Zuchttieres und der Nachkommen bzw. die nötigen veterinärmedizinischen Untersuchungen zu verlangen.
Während der Zeit der Abklärung darf der Hund nicht zur Zucht verwendet werden. Für den Fall das sich der Verdacht als unbegründet erweist, werden die Kosten für die veterinärmedizinischen Untersuchungen vom BCD erstattet. Der Eigentümer des betreffenden Hundes ist vor Beschlussfassung anzuhören. Sollte er Mitglied in der Zuchtkommission sein, ist er in diesem Fall nicht Stimmberechtigt. Bei Zuchtausschlusse wird dies auf den Abstammungsurkunden des Tieres vermerkt, der Zuchtbuchtstelle gemeldet und Vereinsintern publiziert.

5.   Zuchthygienische Bestimmungen
Hündinnen dürfen frühestens im Alter von 15 Monaten belegt und bis zur Vollendung des 9. Lebensjahres zur Zucht verwendet werden. Hündinnen sind zeitlebens maximal vier Würfe zuzumuten. Über berechtigte Ausnahmen entscheidet die Zuchtkommission. Hierzu ist unbedingt eine Veterinärmedizinische Untersuchung einzuholen. Während einer Hitze darf eine Hündin nur durch einen einzigen Rüden gedeckt werden. Wird sie absichtlich oder unabsichtlich von mehr als einen Rüden gedeckt, so erhalten die Welpen eine Abstammungsurkunde welche auf Grund eines DNA Tests einem zur Zucht zugelassenen Rüden zugeordnet werden können.
Verpaarungen zwischen Eltern und Kindern, sowie Vollgeschwister sind nicht gestattet.
Für Paarungen mit Halbgeschwistern, Großeltern / Enkel oder Cousins ist eine Bewilligung der Zuchtkommission einzuholen. Diese hat zu prüfen, ob in der betreffenden Zuchtlinie vererbbare Krankheiten oder Gendefekte vorhanden sind. Tumorerkrankungen, genetisch-bedingte-Hauterkrankungen sowie Veterinärmedizinische Behandlungen und operative Eingriffe, in Folge von Störungen des Skelett-Wachstums bei Junghunden sind der Zuchtkommission umgehend zu melden.
Die Zuchtkommission kann zusätzlich noch andere Untersuchungen bei Zuchttieren anordnen (z.B. Gentest auf Ichthyose oder anderen Erbkrankheiten) wenn bei einem Zuchthund ein begründeter Verdacht besteht.
Der Züchter verpflichtet sich Todesfälle, sowie Krankheiten seiner Zuchttiere mit genauen Angaben der Ursachen, der Zuchtkommission zu melden. Er verpflichtet sich weitere Defizite in Wesen und Gesundheit seiner Zuchthunde zu erkennen und diese in der Planung seiner Verpaarungen zu berücksichtigen. Hündinnen die belegt werden, müssen zum Schutz der ungeborenen Welpen die Herpes-Vorsorgeimpfung durch den Tierarzt erhalten. Hier gilt als Richtlinie: erste Impfung bis 2 Wochen nach dem Deckakt und die zweite Impfung ca.1-2 Woche vor der Geburt.

6.   Würfe und Aufzucht
Nach dem Wurf mit einer Wurfstärke von, bis zu 6 Welpen darf die Hündin in der darauffolgenden Läufigkeit erneut belegt werden. Anschließend muss die Hündin eine Hitze aussetzen. Ab 7 Welpen muss eine Zuchtpause von einer Hitze eingehalten werden. Hier zählt die Anzahl der geborenen und nicht die tatsächlich aufgezogenen Welpen.
Welpen die aus gesundheitlichen Gründen nicht aufgezogen werden können, müssen durch einen Tierarzt eingeschläfert werden. Das entfernen von Afterkrallen, sowie das Kupieren von deformierten Ruten (falls es aus gesundheitlichen Gründen notwendig erscheint), ist in den ersten 5 Lebenstagen der Welpen fachgerecht von einem Tierarzt durchzuführen.
Als Wurf gilt jede nach dem 56. Trächtigkeitstag erfolgte Geburt, ungeachtet dessen ob die Welpen leben oder nicht. Jeder gefallene Wurf ist der Zuchtbuchstelle zu melden, auch unbeabsichtigte Würfe sowie Totgeburten.
Bei nicht erwünschten Deckakten ist ein wegspritzen der Welpen nur in begründeten Fällen z.B. zu hohes Alter oder schlechter Gesundheitszustand der Zuchthündin in Absprache mit der Zuchtkommission genehmigt.
Die Welpen sind ab einem Alter von 14 Tagen regelmäßig alle 2 Wochen bis zur 8 Woche mit einem geeigneten Mittel zu entwurmen. Zur 8 Lebenswoche sind die Welpen durch Impfung zu grundimunisieren (Beratung durch Tierarzt). Des weiteren sind Sie durch einen Mikrochip zu kennzeichnen.
Der Züchter hat alle Hunde insbesondere jedoch, Mutterhündin und Welpen jederzeit fachgerecht optimal zu ernähren und zu pflegen. Er muss ihnen genügend Bewegungsmöglichkeiten bieten und sich mit ihnen ausreichend beschäftigen, um eine optimale Prägung und Sozialisierung zu garantieren. Die Welpen dürfen nur ab der 10. Lebenswoche,  geimpft, gechipt, und vollständig entwurmt und nur in einem gesunden Zustand abgegeben werden.
Der Züchter hat dafür Sorge zu tragen, dass der neue Eigentümer der Zuchtbuchstelle gemeldet wird, falls er schon feststeht. Sollte für einen Welpen noch kein Eigentümer zum Abgabealter feststehen, so kann der zukünftige Besitzer seine Adresse in der Abstammungsurkunde nachtragen lassen. Die Abstammungsurkunde ist vom Züchter zu unterzeichnen und ist zusammen mit dem Impfpass auszuhändigen, oder nachzureichen. Um der züchterischen Verantwortung gerecht zu werden, muss der Züchter den Welpenkäufern auch nach Abgabe der Welpen beratend zur Verfügung stehen.

7.   Grundvoraussetzung zur Aufzucht
Der Züchter muss die nötigen Kenntnisse besitzen und zeitlich in der Lage sein, fachgerechte Ernährung, Pflege, ausreichende Betreuung, auch von größeren Würfen, während der Aufzucht bis zur Abgabe  gewährleisten zu können.
Eine optimale Ernährung, Pflege der Mutterhündin und aller Welpen muss jederzeit gewährleistet sein. Für die Aufzucht großer Würfe ist eine geeignete Welpenmilch zuzufüttern, oder eine Amme hinzuzuziehen. Die Aufnahme der Kolostralmilch ist, in den ersten drei Lebenstagen bei allen Welpen zu gewährleisten. Sollte die Hündin zur, oder nach der Geburt versterben, ist ein Kolostralersatz zuzuführen.

Für die Aufzucht mit einer Amme gelten folgende Bestimmungen!
Die Rassenzugehörigkeit der Amme spielt keine Rolle, jedoch muss die Größe nicht viel kleiner als die einer Bulldogge sein. Für die Amme sind die gleichen Tierschutzbestimmungen einzuhalten. Der Altersunterschied zwischen den zusätzlich angesetzten Welpen sollte zu den eigenen Welpen der Amme möglichst gering sein.

8.   Wurf- und Zuchtstättenkontrolle
Die Kontrolle der Zuchtstätten und Würfe ist die Aufgabe des Zuchtwartes bzw. Zuchtkommission. Zur Aufnahme eines neuen Züchters im BCD, oder nach Umzug der Zuchtstätte ist,  durch ein Mitglied der Zuchtkommission eine neue Abnahme nötig. Parallel zu einer Wurfabnahme können die Pflege und Aufzuchtsbedingungen der Welpen, gleichzeitig eine Kontrolle aller anderen Hunde der Zuchtstätte sein. Die Wurfkontrollen erfolgen in der Regel nach Absprache, in Zweifelsfällen auch unangemeldet. Der Züchter ist verpflichtet Wurfprotokolle ordentlich zu führen und diese bei verlangen vorzulegen.  Er hat dem Zuchtwart bzw. der Zuchtkomission Zugang zu seiner gesamten Zuchtanlage zu gewähren. Wurfkontrollen erfolgen in jeder Zuchtstätte frühestens ab der 6. Lebenswoche. Die Wurfabnahme der Welpen wird frühestens ab der 8 Lebenswoche getätigt, und muss zusätzlich von einem Tierarzt erfolgen. Beanstandungen der Haltungs-und Aufzuchtbedingungen werden dem Züchter vom Zuchtwart bzw. Zuchtkommission sofort mitgeteilt und in einem Protokoll festgehalten. Eine erneute Kontrolle wird nach einer festgelegten Frist angesetzt. Wird die Hundehaltung und die Aufzuchtbedingung erneut beanstandet, werden durch die Zuchtkommission geeignete Maßnahmen eingeleitet.

9.   Anforderung an die Zuchtstätten im BCD
Der BCD richtet seine Bestimmung der Zuchtstätten nach dem Tierschutz-Hundeverordnung §2 bis einschließlich §6 und §8 und §9 Tierschutz HuV, die sich im Anhang der Zuchtordnung befindet. Anbinde Haltung wie in §7 beschrieben, wird vom BCD generell abgelehnt. Genauso wie eine Überbelegung der Zuchtstätte nicht toleriert wird. Der Hundebestand muss den vorhandenen Platz und der dementsprechenden  Zeit im Verhältnis stehen. Das Wurflager bzw. die Wurfkiste muss eine geeignete Unterlage haben, zudem muss sie groß genug sein, das sich die Hündin aufrecht stehen und frei bewegen kann. Sie muss ausgestreckt liegen können und auch große Würfe sollen ausreichend Platz finden. Die Mutterhündin muss zudem die Möglichkeit haben sich von den Welpen entfernen zu können, um Erholung zu finden. Den Welpen ist ein geeigneter Auslauf zur Verfügung zu stellen, entweder mit direktem Zugang zur Unterkunft, oder einen überdachten windgeschützten Liegeplatz. Der Boden muss gegen Nässe und Kälte Isoliert sein, bzw, Spielmöglichkeiten bieten. Der Auslauf sollte sonnige, schattige, abwechslungsreiche und größtenteils aus natürlichen Untergrund bestehende Stellen haben. Die Umzäunung muss stabil, verletzungs,- und ausbruchsicher angelegt sein.

10.   Administratives
Der Züchter muss der Zuchtbuchstelle jeden Wurf von in seinem Eigentum oder Zuchtrecht stehenden Hündinnen innerhalb von 7 Tagen per Mail mit kurzer Schilderung der Geburt, Welpen Anzahl, evtl. Totgeburten und Zustand der Mutterhündin melden. Bei fremd Rüden zudem noch eine Kopie der Ahnentafel des Deckrüden.

Die Aufgaben der Zuchtbuchstelle:

  • Führt das Club interne Zuchtbuch,
  • Gibt jährlich ein aktualisiertes Rüdenverzeichnis heraus,
  • Sorgt dafür, dass die ED- und HD Befunde der Zuchttiere und deren Nachkommen gesammelt und ausgewertet werden,
  • Gibt regelmäßig ein Verzeichnis der zuletzt gefallenen Würfe (Welpenliste) heraus,
  • Sorgt dafür, dass Krankheiten und Todesursachen jährlich schriftlich festgehalten und statistisch ausgewertet werden

Die Zuchtkommission besteht aus den Züchtern des BCD, jeder Zwinger stellt ein Mitglied und hat somit eine Stimme. Um Mitglied der Zuchtkommission zu werden muss ein Züchter ein Jahr aktiv im Verein züchten. Das Jahr beginnt nach dem ersten Wurf im BCD.

Aufgaben der Zuchtkommission:

  • Durchführen der Wurfkontrolle, jedoch dürfen nicht die eigenen Würfe kontrolliert werden,
  • Überwacht und kontrolliert die Zucht,
  • Entscheidet eigenständig über alle Belange die Zucht betreffend,

Wiedersprüche gegen Entscheidungen der Zuchtkommission können innerhalb von 20 Tagen, seit Erhalt beim Vorstand des BCD erhoben werden. Der Widerspruch ist per Einschreiben an den Vorstand des BCD zu richten. Gleichzeitig ist eine Widerspruchsgebühr von 50,-€ in die Vereinskasse zu zahlen. Diese Gebühr wird zurückerstattet, wenn die Entscheidung zugunsten des Antragsstellers ausfällt. Bei vorsätzlichen oder wiederholten grob fahrlässigen Verstößen gegen die Zuchtordnung werden vom Vorstand und der Zuchtkommission des BCD Sanktionen bzw. Zuchtstrafen gegen die betreffende Person verhängt.

11.   Gebühren
Für Leistungen des BCD werden Gebühren erhoben. Diese sind in der Gebührenordnung für die Zucht geregelt. Sie sind für alle Mitglieder einheitlich. Nichtmitglieder zahlen einen Aufschlag von 50%.
Zuchtgebühren werden erhoben für:

  • Zwinger Abnahme bei Neuzüchtern oder Wechsel des Wohnortes von bereits bestehenden Züchtern,
  • Wurfkontrollen,
  • Erstellung von Stammpapieren,
  • HD, ED-Auswertung durch den zuständigen Gutachter

Die Gebühren werden vom Schatzmeister in Rechnung gestellt und sind sofort nach Rechnungsstellung zu begleichen.

12.   Ausnahmereglungen und Änderungen der Zuchtordnung
In begründeten Fällen können vom Vorstand auf Antrag der Zuchtkommission Ausnahmen zur Zuchtordnung genehmigt werden. Änderungen der Zuchtordnungen werden, wenn sie ohne Stichtag bezeichnet sind, nach einer Übergangsfrist von 3 Monaten nach der Veröffentlichung wirksam.